Es braucht viele Stunden, um all die tollen Sehenswürdigkeiten dieser Stadt anzuschauen, doch genügt ein einziger Blick, um ihre Schönheit zu erkennen. Mit diesem Satz lässt sich das kleine, beschauliche Städtchen Luzern wohl am besten beschreiben.
Was einem sofort ins Auge sticht, wenn man den Bahnhof verlässt, ist ein großer Triumphbogen mit drei Toren, auf dessen Spitze eine Kupferstatue thront. Die Rückseite dieses Bogens wirkt ziemlich modern und gibt optisch nicht viel her, auf der Vorderseite sind allerdings ein paar schöne antike Ornamente aus dem Stein herausgehauen, die ihn zu einem Blickfang machen. Unweit von diesem Triumphbogen befindet sich ein kleiner Platz mit einer Schiffanlegestelle, von der aus Touristenfahrten durchgeführt werden. Dieser Platz dient allerdings auch als zentraler Orientierungspunkt, denn von hier aus hat man optimale Sicht auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die Luzern zu bieten hat:
Als erstes fallen einem mit Sicherheit der Wasserturm, die Kapellbrücke, die Jesuitenkirche und der im Hintergrund sichtbare Berg Pilatus auf. Hierbei handelt es sich um das meistfotografierte Sujet der Schweiz. Der Berg Pilatus ist für Luzern von großer historischer Bedeutung, da lange Zeit die Mär umging, die Leiche des römischen Statthalters und Richters Christi, nämlich Pontius Pilatus, sei in einem See am Pilatusberg versenkt worden. Der berühmte Wasserturm wurde um das Jahr 1300 errichtet und für verschiedenste Zwecke verwendet, u.a. als Archiv, Gefängnis und Folterkammer.
Die Kapellbrücke, die bereits in der ersten Hälfte des 14. Jhdts. errichtet wurde, diente einst zur Befestigung der Stadt. Im 17. Jhdt. wurden zahlreiche dreieckige Holztafeln an ihrer Decke befestigt, die Ausschnitte aus der Stadtgeschichte, aber auch aus der Geschichte der Schweiz zeigen.
Die Jesuitenkirche fällt äußerlich zwar durch ihre zwei parallelen Kirchtürme auf, ihre wahre Pracht offenbart sie allerdings erst im Inneren: Strahlend weiße Wände und Säulen, mit kunstvollen Ornamenten verziert, wunderschöne Fresken an der Kirchendecke und glänzende Glaskronleuchter, ein imposanter Hauptaltar aus braunem Marmor und an den Seiten der Kirche findet man jeweils vier kleine Altarkammern, in denen sich entweder Heiligenbilder, Heiligenfiguren oder aus Edelmetall gefertigte Heiligenköpfe befinden.
Von außen schöner als die Jesuitenkirche ist aber die Luzerner Hofkirche, die ebenfalls zwei parallele Türme hat, allerdings mit spitzen Dächern. Der Kirche ist ein kleiner Friedhof angeschlossen, der von einer Mauer umgeben ist. Das Innere der Hofkirche ist, was Wand-, Säulen- und Deckenverzierungen anbelangt, im Vergleich zur Jesuitenkirche schlicht, allerdings gleicht sie das durch ihren prunkvollen Goldschmuck wieder aus.
Die unwe
it von der Kapellbrücke liegende Kapelle von St. Peter hat zwar optisch nicht so viel zu bieten wie die beiden größten Kirchen Luzerns, besitzt allerdings etwas ganz Besonderes: ein Symbol der Waffenbrüderschaft zwischen Luzern und Uri. Das interessanteste an Luzern ist aber mit Sicherheit die 1408 zur Stadtbefestigung errichtete Museggmauer mit ihren Türmen.
Einige der Türme, wie zum Beispiel der Zeitturm, sind für Besucher frei zugänglich.
Wenn man die vielen knarrenden Holztreppen hinaufläuft und sich beim Weg nach oben durch die engen steinernen Durchgänge zwängt, fühlt man sich für kurze Zeit ins Mittelalter zurückversetzt. Wenn man es bis ins oberste Turmzimmer geschafft hat, wird man mit einem atemberaubenden Ausblick auf die Stadt belohnt.
Doch auch ein Spaziergang durch die Altstadt lohnt sich. Dabei entdeckt man nämlich nicht nur die vielen Statuen und Malereien an den Hauswänden, sondern findet auch jede Menge Geschäfte und gute Restaurants.
Für Geschichtsinteressierte gibt es außerdem die Möglichkeit, dem Historischen Museum einen Besuch abzustatten. Dort findet man zwar keine großen Themensammlungen, aber ein buntes Allerlei über die Luzerner bzw. Schweizer Geschichte. Führungen werden keine angeboten, dafür kann man sich gratis einen Scanner ausleihen, mit dem man den Strichcode unter diversen Ausstellungsstücken einlesen und sich so nähere Informationen darüber am kleinen Scanner-Bildschirm anzeigen lassen kann. Die Highlights des Museums: Das Kettenhemd von Leopold von Österreich, ein Prunkschlitten, der erste Zahnarztstuhl sowie eine Sonderausstellung zur Pilatussage. Darüber hinaus findet man noch dort auch das Gipsmodell eines weiteren kulturellen Schatzes Luzerns – und zwar das des Löwendenkmals. Dieses Abbild eines sterbenden Löwen wurde zum Gedenken an die heldenhaft gestorbenen Schweizer in der Schlacht von Tuilerien (1792) in eine hohe Steinmauer gehauen und ist der mit Abstand größte Besuchermagnet der Stadt.
Abschließend bleibt nur noch, eine Besuchsempfehlung auszusprechen. Jeder, der einen Ausflug in die Schweiz unternimmt, sollte sich dieses Städtchen anschauen. Ein Ausflug dorthin erfolgt aber auf eigenes Risiko: Es besteht nämlich die große Gefahr, seinem Charme zu erliegen.
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