Sein Posten ist noch jünger als er, obwohl das kaum möglich ist. Die Rede ist von Sebastian Kurz, der vor kurzem zu Österreichs erstem Integrationsstaatssekretär ernannt wurde. Was ihn dazu befähigt? Gute Frage. Seine zahlreichen politischen Errungenschaften dürften es wohl kaum sein. Allzu viel kann er auch noch gar nicht erreicht haben – ist er doch gerade einmal 24 Jahre alt. Und in diesem Alter hat man – dieses verallgemeinernde Urteil sei mir verziehen – bei weitem noch nicht die nötige Reife, um ein hohes politisches Amt zu bekleiden. Schon gar nicht jenes, dass mit dem heiklen Thema der Integrationspolitik betraut ist.
Warum gerade Kurz?
Dass sich auch ältere Politiker durchaus nicht immer für die Ämter eignen, die ihnen zugeteilt werden, soll gar nicht bestritten werden. Die Vergangenheit hat oft genug gezeigt, dass auch die alten Hasen nicht immer den in sie gesetzten Erwartungen gerecht werden. Nichtsdestotrotz ist es kaum nachvollziehbar, wie man einem frechen, geschniegelten Jungspund die Verantwortung für eine Aufgabe übertragen kann, an der sich viele seiner erfahreneren – und fachlich höher einzuschätzenden – VorläuferInnen die Zähne ausgebissen haben. Noch dazu, wo der neue Integrationsstaatssekretär im Rahmen seiner bisherigen politischen Tätigkeit überhaupt nichts Nachweisbares mit diesem Ressort zu tun gehabt hat!
Wird das “Geil-o-Mobil” zum “Integrati-o-Mobil”?
Kurz’ Bestrebungen galten bislang nämlich einzig und allein der Verbesserung des “Verkehrs” – egal welcher Form. So setzte er sich unter anderem für eine Nacht-U-Bahn, eine Magnetschwebebahn und ÖVP- (sprich mit Steuergeld) gesponserte Sammeltaxis in Wien ein. Darüber hinaus ließ Kurz zu Wahlkampfzwecken schwarze Kondome an (wie der Ausgang der Wien-Wahl zeigte nicht allzu) schwarzgeile Discobesucher verteilen – und zwar von hübschen Mädels mit engen Tops und einem großen Herzen für die Politik der Volkspartei.
“Schwarz macht geil”
Um besagte Damen und natürlich seine Wenigkeit angemessen von Party zu Party bringen zu können, investierte Kurz einen Teil des JVP-Wahlkampf-Budgets in das von Medien oft erwähnte “Geil-o-Mobil“.
Bleibt nur die Frage, ob er das “Geil-o-Mobil” auch in Zukunft verwenden wird, zB als Dienstfahrzeug? Der schwarze Hummer ist zwar wahrscheinlich weder besonders günstig noch emissionsarm, aber das dürfte für die JVP-Hoffnung Kurz kein Problem sein. Er ist ja schließlich weder Finanz- noch Umweltstaatssekretär. Wichtig ist deshalb nur, dass sein Dienstauto so “geil” ist wie die Politik, die er für Schwarzen machen wird. Die peinliche Aufschrift des Vehikels – sofern sie noch vorhanden ist – könnte Kurz nach seiner Beförderung aber vielleicht etwas abändern lassen, um seriöser zu wirken. So könnte er es zB in “Integrati-o-Mobil” umbenennen…
Auch wenn es grundsätzlich stimmt, dass man der engagierten Jugend eine “faire Chance” geben soll, so muss man doch festhalten, dass das politische Mitgestalten in einem zumutbaren Rahmen erfolgen sollte. Einfach von heute auf morgen einen unreifen Partytiger wie Sebastian Kurz Chef spielen zu lassen, nur um zu schauen, was passiert, ist mit Sicherheit der falsche Weg.
Monsignore hat gesprochen.
PS: Wer – so wie ich – gegen Sebastian Kurz als Integrations-staatssekretär protestieren möchte, ist herzlich eingeladen, der hier verlinkten Facebook-Gruppe beizutreten.
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